Hallo Veit

FTC: Wie lange angelst du schon ?
Veit: Mittlerweile seit über 20 Jahren.

Zanderangeln - Jeder der das hört verbindet das sofort mit Veit Wilde. Sie nennen dich den Zanderspezialist. Wie gehst du damit um ?
Ganz entspannt, weil ich mich ja tatsächlich auf diesen Fisch spezialisiert habe und ihn auch ziemlich regelmäßig fange. Dass auch manchmal ein gewisser Hype um meine Person stattfindet, ist eine andere Sache. Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn man an der Tankstelle oder im Fastfood-Restaurant plötzlich angesprochen und ein Foto gebeten wird. Schlimm finde ich das aber nicht, das gehört eben dazu. Nur am Wasser habe ich gelegentlich auch gerne mal meine Ruhe, um abzuschalten und zu entspannen. Darum mag ich Gewässer und Gebiete mit geringem Angeldruck, zumal dort oft auch die größten Fische leben. Im Hamburger Hafen wird man mich zum Beispiel nur sehr, sehr selten antreffen.


FTC: Was bedeutet für dich ANGELN ?
Veit: Einerseits ist es ein Teil meines Jobs, andererseits aber auch Hobby und Leidenschaft. Letzteres ist mir extrem wichtig. Ich habe fast immer Bock, angeln zu gehen. Egal ob ich nun muss, weil ein Guiding oder eine Reportage ansteht oder ob ich gerade in meiner Freizeit bin. Ich glaube, dass ist sehr wichtig, wenn man als Profiangler auch langfristig präsent und erfolgreich bleiben will. Wenn der Spaß am Hobby Angeln verloren geht, hat man definitiv etwas falsch gemacht.


FTC: Was ist deine bevorzugte Angelmethode ?
Veit: Jiggen mit dem Gummifisch. Aber auch mit Wobblern fische ich sehr gerne.


FTC: Hast du Lieblings-Zielfische außer Zander ?
Veit: Ja! Die Bachforelle. Allerdings erst seit etwa zwei Jahren. Mich reizt die Spritzigkeit dieser Fischart im Drill, aber auch der hohe Anspruch beim Fang von großen Vertretern dieser Art. Döbel, Rapfen, Aale und Welse sind an meinem Haken ebenfalls herzlich willkommen.  


FTC: Machst du auch mal Ansitzangeln, wenn ja auf was ?
Veit: Natürlich! Im Sommer sitze ich fast jede Woche mindestens einmal auf Aal an. Während der Raubfischschonzeit gehe ich sogar gelegentlich auf Karpfen. Bevor ich mit dem intensiven Spinnfischen begann, waren diese beiden Arten übrigens meine Lieblingsfische.


FTC: Deine bis jetzt unglaubliche Serie in Ü90 Zander hält an, wie kannst du dir das erklären ?
Veit: Zunächst einmal kommt mir dabei natürlich die Möglichkeit, viel Zeit am Wasser verbringen zu können, sehr zu Gute. Zeit ist Fisch! Und mit der Zeit kommt auch die Erfahrung. Ich kann recht genau einschätzen, unter welchen Bedingungen man besonders gute Chancen auf einen kapitalen Zander hat und erkenne auch die Stellen, wo sich diese Fische aufhalten relativ gut. Außerdem angle ich meistens nicht auf „Frequenz“ sondern auf Größe. Manche Baggerseen, Kanäle oder auch einige küstennahe Gewässer sind perfekt, um sehr viele Zander zu fangen. Allerdings bringen Reviere mit einer hohen Bestandsdichte meist wenig Großzander hervor. Zwar besuche ich solche Gewässer auch hin und wieder mal, um einen bissreichen Angeltag zu erleben, es sind aber nicht meine „Hauptgewässer“. In vielen Bereichen der Elbe oder auch einigen anderen Flüssen fängt man dagegen verhältnismäßig wenige Zander, dafür ist hier immer mit einem Ü90er zu rechnen. Darum angle ich auch am liebsten an genau diesen Gewässern. Kurzgesagt freue ich mich mehr über einen einzigen Großzanderbiss am Tag als über zehn gefangene Durchschnittsfische. Auch den einen oder anderen Schneidertag sehe ich nicht als Katastrophe an. Wenn man immer fangen würde, wäre das Angeln auch langweilig.


FTC: Du strandest auf einer einsamen Insel, und hast 3 Wünsche frei was das Tackle angeht. Für welches Tackle entscheidest du dich, und warum genau dieses ?
Veit: Ich würde meine Hearty Rise Collector-Rute mitnehmen. Die ist nicht nur für Zander perfekt sondern auch vielen anderen Gegner gewachsen. Dazu als Rolle eine Shimano Stella, weil sie so seidenweich läuft. Als Köder hätte ich auf jeden Fall den Salmo Perch 8 F-Wobbler in der Farbe GS dabei, denn mit dem hab ich schon so ziemlich jede Fischart gefangen.


FTC: Was für ein Erfolgserlebnis beim Angeln wird dir wohl für immer im Kopf bleiben ?
Veit: Der Fang von zwei Zandern mit 94 und 105 Zentimeter binnen eines Tages in der Tidenelbe bei Hamburg. Der 105er ist bisher auch mein Personal Best.


FTC: Catch&Release, sicher ein Thema das uns noch lange an den Backen kleben wird, wie siehst du das ganze ?
Veit: Ich finde es scheußlich, dass in Deutschland so unentspannt mit diesem Thema umgegangen wird. Für mich persönlich gehört die gelegentliche Fischentnahme und –verwertung zum Angeln absolut dazu. Dabei entnehme ich aber selektiv, also eher mittlere statt große Exemplare. Auch die jeweilige Bestandsdichte der Fischart im Gewässer habe ich immer im Hinterkopf. Ich habe aber auch volles Verständnis für einen Angler, der nur selten fischen geht, und dann alles entnimmt – solange es im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten bleibe. Genauso kenne ich Angler, die all ihre Fänge releasen, weil sie keinen Fisch essen. Grundsätzlich habe ich mit keiner, dieser „Gruppierungen“ irgendein Problem. Nur sollte bitte keiner der genannten Kandidaten eine „Religion“ aus seinem Handeln machen. Vom Gesetzgeber wünsche ich mir, dass dem Angler in Deutschland endlich flächendeckend die freie Wahl gelassen wird, was er mit seinem Fang tut, sofern dieser nicht gerade eine Schonzeit unterliegt oder untermaßig ist.


FTC: Welche Ausrüstung und Montage fischt du am liebsten?
Veit: Rute und Rolle hatte ich bereits weiter oben genannt. Dazu eine geflochtene Hauptschnur, ein dickes Fluorocarbonvorfach und ein Gummifisch am Jigkopf.


FTC: Im Netz, speziell auf Facebook tauchen immer wieder Bilder von dir mit fetten Zandern auf. Hast du einen Tipp, wie man gerade die großen Zettis  überlisten kann?
Veit: Zwar hatte ich dazu in einer der vorherigen Antworten schon etwas gesagt, aber gerne noch ein kleiner 5 Punkte-Plan:
1.    Brauch man ein Gewässer, wo es auch wirklich große Zander gibt. Für Uferangler sind alle mittelgroßen bis großen Flüsse ideal.
2.    Sollte man sich mit dem Zielfisch genau beschäftigen. Nur wer seinen Gegner kennt, wird ihn auch „schlagen“ können. Vor allem die starke Lichtempfindlichkeit des Zanders sollte beachtet werden. In einem relativ klaren Gewässer, wird man bei Tageslicht zum Beispiel nur selten erfolgreich sein.
3.    Je mehr Zeit man am Wasser verbringt, desto mehr Fische wird man fangen und dabei gleichzeitig auch Erfahrungen sammeln.
4.    Niemals weite Wege und Aufwand scheuen. Kapitale Zander halten sich am liebsten an Stellen auf, wo wenig geangelt wird.
5.    Das Angelgerät sollte zum Zielfisch passen. Eine mittelschwere Spinnrute, eine Stationärrolle, geflochtene Schnur und ein Gummifisch am Jigkopf sind die optimale Kombination zum Großzander fangen. Dazu sei übrigens noch gesagt, dass ich die ganzen „neumodischen“ Techniken wie Drop Shot usw. als ungeeignet zum regelmäßigen Fang kapitaler Zander betrachte. Interessant ist auch, dass ich noch keinen einzigen 90+ Zander auf Wobbler gefangen habe, obwohl mir dieser Ködertyp beim Spinnfischen in der Dunkelheit schon sehr viele Zander gebracht hat. Die ganz großen Stachelritter gingen aber ausnahmslos auf den Gummi am Jigkopf.


FTC: Du bist ja Mitarbeiter der Firma MBFishing. Wie lange machst du das schon, und wie bist du dazu gekommen?
Veit: Für MBFIshing arbeite ich seit September 2014. Meine Aufgaben sind dabei die Entwicklung und Verbesserung der Produkte, deren Vermarktung sowie außerdem die Ausführung von Guidings, Vorträgen und Seminaren. Ich bin sehr stolz, dass wir es geschafft haben, eine wirklich gute Köder- und Produktrange für Zander und andere Raubfische auf den Markt zu bringen. Vor allem kann ich zu 100 % hinter diesen Produkten stehen, weil ich sie alle selbst entwickelt und getestet habe. Zu meiner hauptberuflichen Tätigkeit in der Angelbranche kam ich allerdings 2011, als ich eine Stelle als Redakteur bei der Zeitschrift BLINKER antrat. Dort habe ich drei tolle Jahre erlebt und bin dem Magazin und seinen Partnerzeitschriften auch nach meinem Wechsel zu MBFishing als Autor erhalten geblieben.


FTC: Wir von der Fishing Tackle Crew sind ein Team aus Anglern die Spaß an ihrem Hobby haben. Hast du einen Tipp wie wir noch mehr auf uns Aufmerksam machen können?
Veit: Teilt den Spaß mit anderen Anglern in Bildern, Texten und Videos! Über die sozialen Medien lässt sich somit ja heutzutage schnell eine große Reichweite erzielen. Und ganz wichtig: Erhaltet Euch den Spaß auch für Euch selbst. Denn Angeln ist ein Hobby und eine tolle Freizeitbeschäftigung, bei der Spaß stets eine große Rolle spielen sollte.


FTC: Wenn du eine Message an alle Angler senden würdest, wie würde diese lauten?
Veit: Uns alle verbindet das gemeinsame Hobby – also sollten wir uns auch wie eine Gemeinschaft verhalten!


FTC: Wie sehen deine Ziele für 2017 aus?
Veit: Früher habe ich mir immer Ziele gesetzt. Zum Beispiel, wie viele Meterhechte oder große Zander ich fangen will im kommenden Jahr. Das mache ich mittlerweile nicht mehr. Ich wünsche mir einfach bloß, dass mir die Freude am Angeln erhalten bleibt, denn das ist –wie weiter oben schon formuliert- auch für meinen Job ganz wichtig.


FTC: Veit, wir bedanken uns für die Zeit die du dir für uns genommen hast, und wünschen dir weiterhin viel Spaß und Erfolg.
Veit: Ich bedanke mich ebenfalls und wünsche Euch alles Gute für Euer Projekt!

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